500 Tage LaVo

(Und nein, das ist kein Tätigkeitsbericht.)

Nun, am Dienstag den 09.09.2014 sind wir nun zu viert bereits seit 500 Tagen im Landesvorstand der Piratenpartei Bremen.
Dazwischen lagen 4 BPT’s, 5? KMV’en, 2 Wahlkämpfe, 2 Wacken und sogar ein Katastrophenschutzeinsatz.

Zeit sich gedanklich kurz inne zu halten.

 

 

500 Tage… und eigentlich fällt mir trotzdem nichts ein worüber man schreiben könnte.

Hmm. Worüber haben andre Kollegen so gebloggt?
Wie viel Zeit und Geld man in die partei oder sein Amt gestreckt hat… Da hab ich nicht so drauf geachtet.
Was alles an der Partei falsch oder richtig ist… Ich rante öffentlich nicht so gern, zudem kandidiert man ja nicht zum Zeitvertreib.
Strukturfragen, politisches, etc.. gehören eigentlich ebenso Separat behandelt.

12 000 Stunden… Kommt einem in dieser Zeiteinheit doch gar nicht so lange vor.
Stichworte gibt es ja zu genüge über die man schreiben könnte: Geschäftsstellenfinanzierung, Rücktritte, beinahe kommissarischer Bundesvorstand geworden…
…die ganzen Gates, Streiks, Streits, Austritte und Wahl- und Themenpleiten. Verwaltung.
Achja… und selbstverständlich das Logo des Landesverbandes.

Ist aber auch alles bereits verbloggt oder totdiskutiert.

Bleibt noch das persönliche und zusammenfassende. Irgendwas Sinnvolles muss man ja Aussagen… Da war ja noch was mit “Repräsentation nach innen”…

Ja, die Partei ist eine andere als “früher”. Die Stammtische sind nicht mehr so überfüllt, die Mailingliste schweigt. Auch viele bekannte und unbekannte Gesichter sind gekommen oder sind gegangen.
Die für Ehrenamt typische Diskripanz zwischen Taubenzuchtverein ohne Tauben und professionelle dauerproduktive Partei ist aber deutlicher denn je geworden.
Insbesondere wo jeder Hype vorbei ist und viele Menschen sich vom “Hobby Piratenpartei“ aus unterschiedlichen Gründen distanziert haben werden Kinderkrankheiten ehrenamtlicher Arbeit deutlich. Zeit, Kommunikation, persönliches, Fachwissen, Methoden und Motivation, Personalmangel. Entsprechend sind alle Ansprüche an sich selbst, als Person oder Partei als ganzes, so durcheinander wie nie.
Irgendwo zwischen Weltraumfahrstühlen, Kommunalpolitik und Satzungsänderungsanträgen müssten auch die üblichen Definitionen von “piratig“ liegen. Wo manchen eine Demo und Flyern ausreicht, beschäftigen sich andere mit den Macht-, Ideologie- und Gesellschaftsfragen der Politik.
Angesichts der globalen Konflikte… schwierige Herausforderung.

Es reicht jedenfalls nicht eine Satzung zu haben und ab und mal sich zu irgendeinem (Kern)Thema zu positionieren. Das Gesamtkomplex “Piratenpartei“ ist jedenfalls so weit gewachsen, das man auch nicht mehr Patentlösungen via Blogeintrag bieten kann. Es fängt bei Integration von Mitgliedern an, geht über’s Flyern und Plakatieren zum Geschäftsbereich der Vorstände über und hat selbst dann mit MEP’s kein Ende.

Viele AG’s, Projekte und Plattformen sind genauso schnell ausgebrannt wie sie aufgetaucht sind. Meine BundesAG inklusive.
Mal fehlte das Konzept, mal wurden Ideen und Impulse nicht konsequent verfolgt. Und mal war das Privatleben bzw. die Praxis im Wege.

Und um ehrlich zu sein…Ich ebenfalls. Falls es nicht offensichtlich war.
Es ist weniger die Verwaltung gewesen, eher die Kleinigkeiten wie Landeslogos und Briefe die nicht weitergeleitet wurden.
Um den Anspruch einer Professionalität zu genügen haben sich einige überstrukturiert, statt einfach mit einander reden. Formalien ohne Sinn und Zweck.
Das ist im Grunde nichts neues und ich keine es auch aus meinem anderen Ehrenamt. Und ja, es geht auch schlimmer.

Andererseits sind andere Bereiche effizienter und besser geworden. In kleinen Schritten. Verwaltung, Programm, Wahlkampf. Aus meiner AG ist die SG Rettungsfoo entstanden, die im Grunde nun ein Selbstläufer ist und der Partei den Menschen mehr gebracht hat als jedes Grundsatzprogramm es tun würde.

 

Um so überraschender neigt man sich den Ende der Amtszeit. Man wird sich erneut bewusst, dass Freundschaften entstanden, wie wichtig einem die Menschen wurden und wie oft diese Menschen einen in vielen Situationen auf die eine oder andere Weise geholfen und unterstützt haben. Ob politisch, amtlich und vor allem privat.
Und an der Stelle ein fettes Dankeschön !

Und so trennt sich der Post. Ins theoretische und praktische… So ein richtiges Fazit kann ich nicht Formulieren.
Es ist jedenfalls eine Achterbahn gewesen. Überlebt.
Man muss weiterhin Ideen ausprobieren, Wissen weitergeben. Sich bilden, in kleineren Schritten aktuelle Baustellen angehen und Trolle ignorieren. Auf sich selbst, eigene Zeit, Energie und Prioritäten achten.

Naja. Ist halt doch was an Text zusammen gekommen.
Ist zwar nichts neues, aber immer eine Erinnerung wert. Alles andere kommt mit Tätigkeitsberichten oder sonstigem.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, erstmal auch Froh zu sein, nicht mehr der älteste Landesvorstand zu sein. Ist aber eher so ein irrationales Bauchgefühl.

 

500 Tage… Also mehr Rum hätte es schon sein können 😛

 

 

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